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Unser globalisiertes Wirtschaftssystem basiert auf der Verfügbarkeit
und Beweglichkeit von Gütern und Menschen. Es sind dabei keine Faktoren
erkennbar, die das langfristig notwendige Wachstum der individuellen
Mobilität bremsen könnten. Der öffentliche Personen-Nahverkehr und der
Schienenverkehr werden den PKW nicht ersetzen können.
Diese gewohnte und unserem heutigen Lebensstandard zu Grunde liegende
Mobilität wird durch die zunehmende Verknappung der dazu benötigten
Rohstoffe ebenso wie durch die damit verbundene Umweltbelastung
bedroht. Die Prognosen über die zu erwartenden, nutzbaren Reserven sind
äußerst unscharf, es ist jedoch unstrittig, dass die Ressourcen zur
Neige gehen.
Fossile Brennstoffe, die heute primär die Energie für den Verkehr zur
Verfügung stellen, setzen bei ihrer Verbrennung große Mengen CO2 frei,
das als Treibhausgas zu fortschreitender Klimaerwärmung führt. Das
Problem des CO2 Ausstoßes und der sich verknappenden Ressourcen kann
nur mit umfassend veränderten Fahrzeugkonzepten beantwortet werden.
Um Mobilität, wie sie heute selbstverständlich ist, auch in Zukunft
aufrecht erhalten zu können, ist eine Verminderung des Energieeinsatzes
für unsere individuelle Fortbewegung notwendig. Der Weg führt dabei weg
von fossilen Brennstoffen hin zur Nutzung von erneuerbaren und CO2
-neutralen Energieträgern in Kraftfahrzeugen.
Die EU-Richtlinie über erneuerbare Energien ist seit 2001 in Kraft. Sie
zielt darauf ab, den Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren
Energiequellen in der EU bis 2010 auf 22,1 Prozent zu erhöhen. Dies
soll der EU helfen, ihr Ziel zu erreichen, bis 2010 12 Prozent des
gesamten Energieverbrauchs durch saubere Energien zu decken. Trotz
Schwierigkeiten einiger Mitgliedstaaten, ihre nationalen Zielsetzungen
zu erreichen, wurden noch ehrgeizigere Ziele für 2020 beschlossen. Die
Novelle des Gesetzes zu Erneuerbaren Energien 2008 spezifiziert den
Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung mit einem
Mindestziel von 30% für 2020.
Im Rahmen der vorgestellten Bedingungen für zukünftige Mobilität bieten
elektrisch angetriebene Fahrzeuge unter mehreren Gesichtspunkten große
Potentiale.
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Die
Verkehrsleistung wird wie dargestellt weiter ansteigen, gleichzeitig
müssen aber Energieverbrauch und Emissionen der Fahrzeuge signifikant
reduziert werden. Die Individualmobilität mit eigenem PKW spielt hier
nicht zuletzt aus politischen und gesellschaftlichen Gründen eine
wichtige Rolle. Im Hinblick auf den Energieverbrauch stellen
Elektrofahrzeuge auf lange Sicht das erreichbare Optimum dar. Unter dem
Aspekt eines inhärent lokal emissionsfreien Betriebs und der
Unabhängigkeit von der Art der Primärquelle sind sie eine langfristig
zukunftsträchtige Lösung.
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Fossile
Brennstoffe sind erschöpflich, die vorhandenen Reserven sind unklar und
in politisch instabilen Regionen konzentriert. Erdöl bleibt langfristig
für diverse Industriezweige außerhalb der Automobilindustrie
überlebenswichtig. Für die Energiegewinnung wird es daher zu kostbar.
Die Elektromobilität ermöglicht die Unabhängigkeit des Verkehrs von
fossilen Brennstoffen und ihre Schonung unter wirtschaftlichen Aspekten
für andere Industrien.
Das Thema elektrische Mobilität ist als Zukunftsthema daher aktuell und
wird zurzeit viel diskutiert. Es besteht in allen Bereichen des
Fahrzeuges und der zugehörigen Infrastruktur weitreichender
Forschungsbedarf um das Ziel der Elektrifizierung weiter Teile der
Fahrzeugflotte erreichen zu können: „Forschen im Themenfeld
Elektromobilität hat höchste Priorität“ [Dr. W.-D. Lukas, BMBF,
ATZelektronik 02/2009].
Die gesamte Infrastruktur, die zum Betrieb eines Fahrzeugs bereit
stehen muss, ist aktuell weltweit fast ausschließlich auf flüssige
Kraftstoffe ausgelegt. Um jedoch eine hohe Marktdurchdringung mit
elektrisch angetriebenen Kraftfahrzeugen zu erreichen, muss die
Infrastruktur angepasst werden. Elektrische Energiespeicher stellen
andere Anforderungen an die Energiezuführung als Flüssigkraftstoffe
oder bei Hochdruck gespeicherte Gase. Da der Ladevorgang
zeitaufwändiger ist, sind geeignete Strategien zur Beschleunigung des
Ladevorgangs und zur Sicherstellung der für das Kraftfahrzeug üblichen
Betriebsweise zu finden.
Durch die in absehbarer Zeit nicht lösbare Reichweitenbegrenzung von
rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen ergeben sich Potentiale für eine
fortschreitende Diversifikation. Heute benutzen die meisten Menschen
universelle Fahrzeuge, die sowohl in der Großstadt als auch in wenig
besiedelten Gebieten mit unterschiedlichen Nutzungsprofilen bewegt
werden. Das Fahrzeug eines zukünftigen in Ballungsgebieten lebenden
Kunden kann aber möglicherweise Eigenschaften besitzen, die weit mehr
an dessen individuelle Anforderungen angepasst sind. Hier ergibt sich
kurzfristiger Bedarf nach Elektrofahrzeugen. Um einen großen Markt zu
erreichen wird es hingegen notwendig sein, moderne Kraftfahrzeuge, die
vom Fahrer keine Kompromisse verlangen, geeignet zu substituieren. Die
entsprechenden Konzepte sind noch nicht ausgereift. Universelle
Fahrzeuge konkurrieren mit weitgehender Modularisierung, optimierte
Single-Purpose Fahrzeuge stehen im Wettstreit mit
Speichertauschkonzepten.
Die TUM stellt sich den Herausforderungen in Forschung und Lehre mit
einer Zukunftsstrategie für elektrische Mobilität. Die vorhandenen
Kompetenzen, sowohl im Bereich der Fahrzeugentwicklung und des
klassischen Maschinenbaus, als auch bei mechatronischen, elektrischen
und informationstechnischen Wissensgebieten sollen effizient genutzt
und neue Forschungsgebiete aufgebaut werden. Die Industrie benötigt
spezialisierte Ingenieure, die von den Universitäten umfassend
ausgebildet werden müssen. Um diese Ziele zu erreichen, soll an der TUM
ein Wissenschaftszentrum zu allen Themen der elektrischen Mobilität
entstehen:
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